Es crasht an allen Ecken…..

Heute, Donnerstag den 11. März 2020, wird  es noch dunkeler im Anlageuniversum. Der DAX um 10 % runter (Richtung 9000),  der Dow Jones auch über 8 % und es scheint kein Halten mehr zu geben. So sieht es also aus, wenn aus dem theoretischen Börsencrash ein wirklicher wird. Die Kryptowährungen sind auch auf Talfahrt – offenbar kann auch hier keine Rettung in Aussicht gestellt werden (Bitcoin gegen 5500 Euro, Ether gegen 126 Euro).  Insgesamt sind die Märkte um über ein Viertel bis 30 % gegenüber den Höchstständen von Mitte Februar abgestürzt. Rette sich wer kann…….

Die Psychologie liefert uns die Gründe dafür: Herdenverhalten, Verlustaversion und ein gehöriges Maß an Selbstüberschätzung und Ambiguität (Wahrscheinlichkeitsverzerrung) – offenbar glaubt in diesen Zeiten keiner mehr an die Zukunft und diese kurzfristige Orientierung ist eigentlich die Mutter aller Probleme, die wir momentan so herumschleppen. Es hat nur ein Virus gefehlt, der die Blase unserer Ökonomie zum Platzen bringt (siehe unseren Artikel unten zum „Schwarzen Schwan“). 

Man ahnt vielleicht, dass nichts wieder so ein kann wie es einmal war.  Auch wenn die Kryptomärkte crashen, brauchen wir die Vorstellungen von  alternativen Ökonomien:  „ökonomische Parallelwelten“ , die uns in die Lage versetzen, nicht nur kurzfristig auf Sicht zu fahren, sondern wertbeständig zu wirtschaften. 

Der Schwarze Schwan lugt um die Ecke

Nassim Talib hat 2007 den „Schwarzen Schwan“ mit seinem Buch thematisiert und seitdem wird die Macht vollkommen unerwarteter Ereignisse immer wieder auf das Schild der Erkenntnis gehoben. Die sog. „Tyrannei des Zufalls“ kann an dem aktuellen Fall des Corona-Virus gut veranschaulicht werden, obgleich es da auch immer viel Interpretationsspielraum gibt. Der Virus kommt aus China und breitet sich naturgemäße in einer globalisierten Welt schnell aus. Vergleicht man den Virus mit der Finanzkrise 2007/2008, dann ist klar, dass dieses externe Ereignis viel mehr auf einen „schwarzen Schwan“ verweist als die vorhersehbare Katastrophe des US-Häusermarktes.

Die wirtschaftlichen Folgen werden zurzeit aus dramatisch angesehen, weil China eine wirtschaftliche Weltmacht und so etwas wie der klassische Vorleistungslieferant für viele Unternehmen der westlichen Sphäre ist. Das Problem ist folglich ein „Lieferkettenproblem“ und ein Angebotsproblem (so auch Olivier Blanchard, ehemaliger Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds (IWF), kürzlich per Twitter), zu dem womöglich ein Nachfrageproblem durch Einkommenseinbußen hinzukommt.

In dieser Woche ist der DAX um über 10 % gefallen und der MSCI-Weltindex um 8,9 %. Das deutet schon auf eine gewissen Panik hin. Natürlich kann sich das auch wieder schnell legen, wenn der Ausbruch der Pandemie sich als überschaubar erweisen sollte.

Ein „Schwarzer Schwan“ kann nur dann dramatischen Schaden anrichten, wenn er auf etwas trifft, was ohnehin schwankt und dies wären in diesem Fall die überbewerteten Assetmärkte: eine Blase auf den Anleihen- und Aktienmärkten. Nur wenige Ökonomen und Analysten bezweifeln das Vorhandensein einer Verschuldungsblase für Unternehmen und einen sehr stark aufgeblasenen Immobilienmarkt, auch in Deutschland. Das Shiller-KGV erreicht dieser Tage mit 33,18 neue Höchststände.

Wenn jemand meint, das alte Lied der „extremen Niedrigzinsen“ würde zu oft gespielt, so liegt er in diesem Falle falsch. Die nationalen Ökonomien und die Weltwirtschaft hängen am Tropf der „Niedrigzinsen“ – vor allem in Europa. Diese Droge entscheidet letztendlich über den weiteren Gang der wirtschaftlichen Geschichte, sie kann einfach nicht abgesetzt werden.

Was liegt da näher, als nach Alternativen Ausschau zu halten? Auch wenn die Kryptowährungen in dieser Woche in Mitleidenschaft gezogen wurden, so zeigen sie eine Alternative auf: autonome Wertspeicher und Zahlungsmittel. Ich wage die Prophezeiung, dass der neue „Schwarze Schwan“ den Kryptowährungen einen Push geben wird – und da schließe ich den LIBRA ausdrücklich mit ein. Einigen wird bald dämmern, dass – wenn sie noch keine Kryptowährungen in ihren Portfolios haben – es bald Zeit wird.

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Stand der KI-Aktivitäten im Finanzbereich

Wir wollen uns mit 2 Seiten einer Entwicklung beschäftigen, die das Ausmaß der Herausforderung für die Finanzsphäre verdeutlichen und eine Diskussion begleiten könnte, wie letztendlich in 10 Jahren Geld angelegt wird und wie die Arbeit in Unternehmen und Banken organisiert wird. Künstliche Intelligenz (KI) wird von vielen noch als Zukunftsmusik beschrieben, wobei sie heute allenthalben anzutreffen ist: selbst fahrende Autos, Sprachsteuerung, Übersetzungen, Bilderkennung…
In den Backoffices der Unternehmen und Banken werden die Folgen der KI-Evolution in den nächsten Jahren am ehesten zu spüren sein. Nach einer Arvato/AT-Kearny-Studie aus dem Jahr 2018 ist davon auszugehen, dass in 10 Jahren über 50 % aller Backoffice-Arbeiten per RPA ersetzt oder auch unterstützt werden. RPA (Robot Process Automation) ist der Einstieg in die KI der Prozesse, die letztendlich zuerst die Back-Ends vollständig automatisieren werden und dann auch die Front-Ends in diese Richtung bringen. Hier der volle Artikel.

Was wird aus der Konjunktur? Kurz- und langfristige Aspekte

Es wird deutlich, dass sich die wirtschaftliche Situation verschlechtert – was normal und erwartbar ist, wenn man die grundsätzliche Möglichkeit von  Konjunkturzyklen als gegeben einstuft. Nun ist erneut das BIP leicht gesunken und es wird über eine Rezession gesprochen.

 Problematisch ist, dass die EZB in den letzten Jahren ihr Pulver bereits verschossen hat (Liquiditätsfalle nach Keynes) und die Fiskalpolitik an die „schwarze Null“ gekoppelt ist. Dabei gäbe es beträchtlichen Nachholbedarf im Infrastrukturbereich und bei ökologischen Projekten.  Hier hat sich die Regierung noch nicht deutlich positioniert, ob sie da wirklich gegensteuern will und wie sich das Problem der „schwarzen Null“ angehen will.

In diesem Zusammenhang sinken die Aktienkurse (rund 5 % seit dem letzten Höchststand Anfang Juli – was nicht dramatisch ist) und es gehen den Bullen die Überzeugungsargumente aus (Brexit, Trump, Handelskrisen lasten auf den wirtschaftlichen Entwicklungen).

Ein langfristiger Blick wäre hier noch anzuraten: die Carbon Blase, die offenbar nicht genügend beachtet wird (siehe hierzu ein Faktenfilm von Carbon-Tracker). 

Offenbar wird die Bedeutung der Klimakrise für die Vermögenswerte unterschätzt, denn wenn große Teile der entdeckten Öl- und Kohlevorkommen ( eine Zahl aus dem o.g. Film: zwischen 15 bis 20 % der weltweiten Aktienmärkte sind Carbon-abhängig!!) aus Klimaschutzgründen und Ertragsgründen (die Erneuerbaren werden immer günstiger) entwertet werden, dann werden große Aktienvermögen vernichtet und dies kann sich in der genannten Carbon Blase ausdrücken. Auf alle Fälle deutet sich hier eine Dynamik an, die zu erheblichen Verwerfungen führen kann mit krassen Konsequenzen für die Volkswirtschaften.

Ach ja: was auf diesem Blog nicht fehlen darf: die Verbindung zu den alternativen Assets – den Kryptoassets. Diese dürfen natürlich nicht unterschätzt werden und logischerweise wird der Bitcoin mittel- bis langfristig an Wert gewinnen und der Ether sowieso. Sie runden das Portfolio ab mit ihrer geringen Korrelation zu den Aktienmärkten und ihrem Wachstumspotential. Und wenn erst noch Libra kommt……

 

Viele Prognosen, wenig Konkretes…..was macht die Konjunktur?

Zurzeit gibt es immer wieder schlechte Meldungen über den deutschen und weltweiten Konjunkturverlauf. Zu Deutschland: “ Die Industrieproduktion, an deren Verlauf die konjunkturellen Wendepunkte üblicherweise festgemacht werden, hatte im Mai 2018 ihren Spitzenwert erreicht und ist seitdem rückläufig (annualisiert mit einer Rate von 5,4 Prozent); außerdem war das reale BIP saisonbereinigt im dritten und vierten Quartal 2018 rückläufig“ (siehe Zeit-Herdentrieb-Blob).

Nun haben die Aktienmärkte ja dieses Jahr bislang ein gutes Bild abgegeben (seit Januar bis heute gut 13% plus beim DAX 30), während sie ja im letzten Jahr schwächelten (Einpreisung der schlechten Entwicklung dieses Jahr?), die Arbeitslosigkeit steigt in Deutschland keineswegs und einige Experten mutmaßen, dass die Stimmung schlechter ist als die reale Lage. Dennoch: die Krisenzeichen verdichten sich. Es herrscht eine sehr hohe Unternehmensverschuldung: “ Die Summe aller Kredite und Anleihen, die Unternehmen ausstehen haben, beläuft sich auf weltweit 66 Billionen Dollar, so eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey. Damit habe sich die Verschuldung von Firmen innerhalb eines Jahrzehnts mehr als verdoppelt“ (siehe Zeit-Online vom 5.9.18) und das Shiller-KGV hat einen hohen Wert von über 31 zum Jahresanfang 2019 (wobei er in Deutschland beim DAX wesentlich niedriger liegen dürfte). Die EZB wird die Zinsen dieses Jahr wohl nicht erhöhen und die Anleger werden weiterhin auf Aktien schauen. Das Niedrigzinsumfeld wird weiterhin die Verschuldung anspornen und eine ungesunde Entwicklung forcieren. Interessanterweise hat sich auch der Kryptomarkt erholt und einige Anleger schielen auf den Bictoin zur Portfoliobereicherung …vielleicht auch zur Absicherung.

Es sind keine Szenarien aus den Lehrbüchern und dies beunruhigt einige Akteure. Wenn das Zinspulver schon verschossen ist, die Staaten sich höhere Schulden nur noch bedingt leisten können: was soll bei einer verschärften Konjunkturkrise helfen? Vielleicht können tatsächlich entkoppelte Systeme wie die Kryptosysteme eines Tages Alternativen bieten.

Ungleichheit ist ein Kernthema für die Menschheit – so wie der Klimaschutz


Oxfam hat Ende Januar 19 wieder eine Studie zur Ungleichheit der Vermögensverhältnisse auf der Welt veröffentlicht. So wie jedes Jahr, wenn sich Politiker und Wirtschaftsführer in Davos treffen. Dabei wird ein Trend verdeutlicht, der schon seit vielen Jahren thematisiert wird. Die Ergebnisse sehen so aus:

  • In den zehn Jahren seit der Finanzkrise hat sich die Zahl der Milliardär*innen weltweit nahezu verdoppelt und ihre Vermögen stiegen im Durchschnitt mit 11 Prozent im Jahr. Der Anteil der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung am globalen Vermögen ist dagegen fast kontinuierlich zurückgegangen, von 0,76 Prozent im Jahr 2008 auf 0,43 Prozent im Jahr 2018.
  • Dramatisch zurückgegangen ist zuletzt auch das Tempo, in dem extreme Armut reduziert wurde: Es hat sich seit 2013 halbiert. In Afrika südlich der Sahara steigt die extreme Armut sogar wieder an.

Es gibt auch immer wieder Kritik an der Datenauswertung von Oxfam und diese Kritik muss auch ernst genommen werden. Das ändert aber nichts an der Grundtendenz. Was auf diesem Blog und auf meinem Forschungsblog immer wieder betont wird ist, dass die Digitalisierung diesen Trend noch wesentlich verschärfen wird (siehe hierzu einen Beitrag aus dem Zeit-Herdentrieb-Blog) .

Im Wesentlichen ist der Befund klar: “ Lock-In und Netzwerkeffekte schaffen Marktmacht und begünstigen die Monopolisierung digitaler Märkte“. Die Internetökonomie wird ohne staatliches Eingreifen eine Ökonomie der Monopolisierung sein und die Netzwerk- und Skaleneffekte werden zu einer noch dramatischeren Ungleichverteilung führen, denn die neuartigen Assets werden in den Händen Weniger bleiben und weitere Kaskadeneffekte auslösen. Dies zu beschwören, reicht natürlich nicht aus. Wir sind heute in der Lage, Erkenntnisse zu generieren, die unsere Zukunft in erheblichem Maße prognostizierbar machen. Trends gegen diese Aufklärung (so die politischen populistischen Bewegungen) werden dabei als Schatten- und Ablenkungskämpfe inszeniert. Viele Rezepte gegen die wachsende Ungleichheit sind nur schwer umsetzbar: keiner in Davos wird sich wirklich für mehr Umverteilung, staatliche Regulierung und Steuererhöhungen einsetzen. Aber klar ist auch, dass eine vollständig unregulierte Digitalisierung ins Elend führen wird (Leontief sprach ja schon von der Möglichkeit „des Verhungerns im Paradies“.).

Natürlich könnte man die Idee einer Robotersteuer (vielleicht doch besser einer Vermögenssteuer) mal wieder in Augenschein nehmen oder die Idee der Mitarbeiterbeteiligung verfolgen: Beteiligungen der Mitarbeiter und des Staates in Fondslösungen (siehe das Beispiel Schweden für die Altersvorsorge) abbilden, damit viele die Früchte der Digitalisierung ernten können. Wie auf meinem Forschungsblog thematisiert wird, könnten ergänzend Blockchain-Lösungen (Crowdinvesting u.ä.) beim Vermögensaufbau hilfreich sein. Zudem könnten umfrangreiche Ausbildungsprogramme initialisiert werden.

Eines wird schnell klar werden: Nichtstun wird die Grundlagen des Wohlstandes für Viele in den demokratischen Ländern erodieren lassen.


FAANG – Starke Unruhe in den Märkten

Es ist seit wenigen Wochen wieder sehr unruhig an den Märkten,  offenbar deuten die sich anbahnenden Konjunkturabschwächungen (siehte hierzu aus dem Blog Herdentrieb eine interessante Analyse) und die Zinssteigerungen auf zunehmende Turbulenzen hin. Die Erklärungen, dass es gerade mit Apple, Google Facebook (FAANG) abwärts geht, sind nicht homogen und auch nicht eindeutig (siehe hierzu FAZ-Online -Artikel vom 23.11.18), aber der große Bullenmarkt scheint vorbei. Es sind m.E. vor allem psychologische Gründe (Mentale Kontenverwerfungen, Herdenverhalten, Verlustaversionen), die diesen Trend erklären könnten.

Interessant ist, dass der Kryptomarkt seit kurzer Zeit ebenfalls so stark unter Druck gerät.  Auch hier ist guter Rat teuer….. oder aber es ist Zeit, sich mit Bitcoins und Ether einzudecken.

Turbulente Zeiten

Auch wenn sich viele Menschen immer wieder fragen, wieso die Aktienkurse auf einmal wieder die Schlagzeilen beherrschen, so wäre eine Antwort: das hat mit Psychologie zu tun. Okay, die Fakten sind auch nicht gerade berauschend: die Zinsen steigen in den USA (der Wüterich Trump tut sein Übriges dazu, indem er den FED-Chef verrückt nennt), die weltweite Konjunktur zeigt Schwächungstendenzen und der eben schon erwähnte Trump hat nichts Besseres zu tun, als Zölle auf chinesischen Produkte zu erhöhen und damit die Unsicherheit zu erhöhen (siehe hierzu die gute Analyse in der FAZ-Online von heute, 11.10.18) Alle Punkte für sich schwelen schon eine Zeitlang vor sich hin und sind zu einer gefährlichen Gemengelage geworden, weil die Herdentriebe und die Gefahren von Verzerrungen bis hin zu Verlustaversionen ihr Übriges tun. Dies ist nicht weiter schlimm, weil Korrekturen hat es immer gegeben und wird es immer geben. Und ja: Einige Mutige werden die Situation nutzen, und wieder einsteigen….

Übrigens: Vitalik Buterin, der Gründer von Ethereum, hat gestern getwittert:“I officially predict a financial crisis some time between now and 2021. Not because I have any special knowledge or even actually think that, but so that I can have a ~25% (or whatever) chance of later being publicly acclaimed as „a guru who predicted the last financial crisis“.