Shiller KGV auf hohem Wert: wo führt das hin…

Der besorgniserregend hohe Wert des Shiller KGV  sollte auch auf dieser Seite erwähnt werden – diese Kennziffer ist mittlerweile bei den Experten international anerkannt. Der inflationsbereinigte, längerfristig ausgerichtete Wert für das Verhältnis zwischen den Kursen an den Börsen (hier bezogen auf den amerikanischen S&P 500- Index) wird von Shiller und vielen Experten als geeigneter Indikator für die Vermögenspreisentwicklung bezogen auf Aktien angesehen.

Er liegt bei über 29 und ist damit zwar noch etwas von anderen Höchstwererten wie 1929 oder 2000 entfernt, aber er ist höher als vor 10 Jahren – vor der Finanzkrise.

Hier der Link zu der Seite von Prof. Shiller

Hier ein Beitrag in der NZZ vom 09.Mai 17, der sich auch mit der Aktienbewertung beschäftigt.

Und wir mashen weiter mit folgendem interessanten Beitrag aus der Wirtschaftswoche vom 11.5.17

Die französische Herausforderung

Nachdem die Kommentatoren auf die Wahl von Emmanuel Macron und Marie LePen  in die Stichwahl der französischen Präsidentschaftswahl optimistisch reagiert haben und sich viele wünschen, es würde mit Europa alles so bleiben, wie es ist, dämmert dem einen oder anderen (etwas später wohl an den Börsen), dass dies nicht so sein kann.

Wer es mit Europa irgendwie ernst meint, kann an den Börsen und sonst irgendwo darüber nicht zur Tagesordnung über gehen: Frankreich ist das europäische Kernland und die Konsequenzen betreffen mit Europa auch Deutschland. Entweder, wenn LePen gewählt wird, ist Europa in der derzeitigen Verfassung nicht  mehr haltbar, oder – wenn Macron gewählt wird – wird es wirtschafts- und finanzpolitische Veränderungen (vielleicht sogar in Richtung Eurobonds) geben, die die Börsen wohl heute noch nicht richtig voraussehen wollen oder können…….

Es wird – wenn er gewinnt – Herr Macron sein, der den Wechsel zuungunsten Deutschlands ziehen wird…darüber sollte es keinen Zweifel geben.  Europa ist seit gestern für die deutsche Wirtschaft „kein free lunch mehr“.

Erneut bestätigt: Falsche Geldanlage führt zu Vermögensverlusten

In Zeiten leicht ansteigender Inflation wird der Befund, der zu Beginn dieses Jahres in einer DZ-Studie (siehe Handelsblatt-Online vom 5.1.17) erneut fokussiert wird, noch bemerkenswerter: die Deutschen sparen, legen aber nicht an. Dabei könnten so viele Projekte und Unternehmen finanziell für die Anleger einiges abwerfen -nicht nur über Aktieninvestitionen! Die große Frage ist letztendlich, inwieweit die Ignoranz gegenüber den negativen Sparrenditen nicht doch irgendwann einmal einem Gefühl für die  Vermögensverluste weichen wird, denn die Vermögen sollen ja doch irgendwann einmal zu einem großen Teil eine Stütze für die Rentenzeit sein. Offensichtlich fehlt es an Aufklärung und einer überzeugenden Darstellung der Chancen verbesserter Anlageformen, die die Sparer auch wirklich erreichen. Immerhin zeigt der Trend bei der Aktienanlagen zu Indexfonds, dass gute Erkenntnisse die Anleger auch wirklich erreichen können. Fintechs wir Vaamo u.ä. können hier hilfreich sein, denn die Anwendungen sind überschaubar und ergiebig.

Es ist wieder soweit: Bank in Italien wird mit Staatsgeldern gerettet

Was soll man sagen: 9 Jahre nach Beginn der weltweiten Finanzkrise werden wieder Banken mit Steuergeldern gerettet. Es ist ein traumatischer Skandal, weil die Welt sich in Wirtschafts- und Finanzsachen nicht weiter bewegt. Warum nimmt es die demokratische Öffentlichkeit hin, dass die Steuerzahler weiter für die Fehler der Banker  gerade stehen (siehe hier Zeit-Online-Artikel vom 22.12.16). Ein Punkt, eine rote Linie ist erneut überschritten worden und es ist mehr als nur ein Fauxpas: das Finanzwesen ist in seiner hergebrachten Form am Ende. Die Welt befindet sich am Rande riesenhafter Katastrophen (Trump ante Portas) und es scheint, als gäbe es kein gutes Ende…aber wir können davon träumen: Menschen erhalten die Souveränitat über ihre Finanzmittel zurück. Die Menschen investieren mit Hilfe von Technologie in Projekte (auch gute und nachhaltige Projekte), die sie interessieren. Die Technologie gibt es, aber die Politik ist noch nicht bereit dafür und wir machen offenbar Rückschritte.

Ratlosigkeit und Angst ….Trump ante portas!

In dem  Zeit-Beitrag von heute – 9.11.16  – wird sehr klar beschrieben, welche Zäsur (wieder an einem 9. November) für die USA und die Welt mit dem Wahlsieg von Trump verbunden ist. Die Börsen trudeln (dann doch nicht), die Kommentatoren können den Sieg von Trump nur mühsam einordnen (wie konnte das passieren, dass die vermeintlich Abgehängten nun doch eher rechtsradikal und rassistisch sind)  und die Welt hält ein wenig den Atem an: bedauerlicherweise muss man davon ausgehen, dass die internationale Ordnung (weiter) aus den Fugen gerät – Globalisierung, Frieden, Fortschritt, Klimaschutz sind vielleicht Begriffe von gestern.  Wer hätte das gedacht, dass die größte Demokratie der Welt einen solchen Menschen zum Präsidenten wählt. Man muß wirklich kein Schwarzseher sein, um für die Zukunft globale Krisen zu befürchten. Es ist einer der schwärzesten Tage seit Ende des 2. Weltkrieges!

Welcome in der Zukunft………….

Heute morgen ist es passiert: ein unerklärlicher Rückgang des Pfundkurses …Nervosität an den Märkten ……Zitat aus einem Online – SZ-Artikel vom 7.10.16 08:02: „“Großbritannien hat sich für den Brexit entschieden, ich glaube sogar für einen harten Brexit“, sagte Hollande. Und dann, so Frankreichs Präsident, müsse man diesen Schritt nun auch durchziehen. Möglich ist, dass Algorithmen diesen Medienbericht aufnahmen und so den Kurssturz auslösten. Laut FT begann dieser zumindest in derselben Minute, in der auch der Text online ging.“ Siehe den ganzen Artikel hier.

Bankenkrise ohne Ende: Beginn der Panik

Die öffentlichen Reaktionen auf die Schieflagen bei der Deutschen Bank und bei der Commerzbank sind verständlich – sie sind aber auch bereits von Panik gekennzeichnet. Jahrelange Versäumnisse der Banken und der Regulierung  rächen sich nun – viele Beobachter haben die Probleme vorher gesagt. Es ist sicher gut, wenn die Banken bei Stresstests einigermaßen gut über die Runden gekommen, doch der Blick auf Bilanzen ist bekanntlich auf die Vergangenheit gerichtet. Nimmt man die Zukunft mit ins Kalkül auf, dann sieht es finster aus. Dass die technologischen Änderungen – wir sprechen sogar von Disruption – erhebliche Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle der Banken haben, war schon vor langer Zeit klar. Die Niedrigzinsphase dauert auch schon eine Weile an und deren Ende wurde nur von wenigen Experten vorausgesagt – ist also für die Banken keine Überraschung. Wenn aber im Bankensegment das Vertrauen in gewisse Banken schwindet, wissen wir, dass es da sehr schnell zu sich verstärkenden Effekten kommen kann (Kunden – vor allem Großkunden – wandern ab, Geschäftsbeziehungen werden überdacht…etc.).

Es dämmert…………………..

Hier ein Zeitartikel-Online (vom 30.09.16), der es ganz gut beschreibt.

Wenn Sie mögen, zeige ich Ihnen einen Blick in die Zukunft: Die Blockchain-Info-Seite, auf der alle Transaktionen fast in Echtzeit auf der linken Seite abgebildet werde…Achten Sie bitte auf die Geschwindigkeit, in der die Transaktionen angezeigt werden…

Deutsche Bank fast pleite?

Sollte die Deutsche Bank die US-Strafe von 14 Mrd. $ zahlen müssen, wird es eng. Nunmehr werden die Politiker unruhig (natürlich auch die Börsen) , die diese Bank eigentlich viel zu lange haben gewähren lassen..siehe den Welt-Artikel-Online vom 24.09.16 oder auch den Wallstreet-Online – Artikel vom 22.09.16. Im letztgenannten Artikel wird hervorgehoben, dass das Markt-Buchwert-Verhältnis des Eigenkapitals der Bank bei rd. 0,33  liegt, d.h. der Kurs der Aktie macht nur rund 33 % des Buchwertes aus – kein großer Vertrauensbeweis der Investoren.

Dieser Blog hat sich intensiv mit dem Zusammenspiel von  Politik und Banken beschäftigt. Da die Bank mit einer Bilanzsumme von fast 58 % des deutschen BIP systemrelevant ist, hat offenbar die letzten Jahre keinen gestört (vor 8 Jahren betrug sie fast 90 %). Jetzt, wo die Insolvenzwahrscheinlichkeit auf 18 % gestiegen ist, werden die Politiker unruhig – offenbar auch die Gläubiger und Aktionäre der Bank – und Staatshilfen werden ein Thema. Dieses Thema hatten wir ja bereits und es ist schlimm, dass die ganze Regulierungsentwicklung das eigentliche Problem nicht angegangen hat, nämlich die Beseitigung von solchen Systemproblemen, indem man die jeweiligen Banken aufgespalten hätte….Nunmehr muss klar sein: Es darf keine Bankenrettung mit Steuergeldern mehr geben -dies hält das System nicht aus!!

Auf den Punkt gebracht: die Schwächen der deutschen Kreditwirtschaft

In diesem Artikel aus der Süddeutschen online vom 30.7.16 wird es auf den Punkt gebracht: viele Banken – auch deutsche – erfüllen nicht in notwendigem Masse die Eigenkapitalanforderungen!

Was die Herausforderung ist: keine belastbaren Margen mehr im Zinsgeschäft, zu große Verwaltungs- und Niederlassungsapparate und ein nicht mehr so profitables Investmentgeschäft (dessen Risiken zu viel Eigenkapital binden).

Die Internetökonomie weist den Weg in eine andere Richtung: mehr Robots, mehr Algorithmen steuern die Geldanlage und das Kreditgeschäft – vielleicht steuern sie auch Teile des Investmentgeschäfts.

Mehr hierzu auf meinem Forschungsblog – auch in Vorbereitung auf die zweite Auflage des Buches „Finanzwirtschaft in der Internetökonomie“, das im Springer-Gabler-Verlag im nächsten Frühjahr erscheinen wird.

Die Bankenkrise war nie vorbei…….

Es gärt wieder bei italienischen und auch sonstigen europäischen Banken. Die niedrigen Margen treiben die Banken erneut in die Krise (siehe  Artikel in der FAZ vom 10-07.16).

Die Beschreibung der andauernden Krise ist sehr einfach möglich: nach der Finanzkrise 2008 führte die weltweite Wirtschaftskrise zu einer langandauernden Niedrigzinsphase, die in keiner Weise  durch eine angemessene  europäische Budgetpolitik begleitet wurde, dagegen ließ eine – vor allem deutsche – Austeritätspolitik  die europäischen Ungleichgewichte weiter wachsen, was letztendlich in einer weiterhin krisenhaften wirtschaftlichen Umgebung mündete, die auch eine Bankenkrise beinhaltet. Die Banken (vor allem die südeuropäischen) sind nicht stabil, haben  zu niedrige Zinsmargen und sind darüber hinaus in einem strengeren regulatorischen Umfeld…..damit werden zu natürlich zu einer Zeitbombe für die weitere europäische wirtschaftliche Entwicklung.