Ungleichheit ist ein Kernthema für die Menschheit – so wie der Klimaschutz


Oxfam hat Ende Januar 19 wieder eine Studie zur Ungleichheit der Vermögensverhältnisse auf der Welt veröffentlicht. So wie jedes Jahr, wenn sich Politiker und Wirtschaftsführer in Davos treffen. Dabei wird ein Trend verdeutlicht, der schon seit vielen Jahren thematisiert wird. Die Ergebnisse sehen so aus:

  • In den zehn Jahren seit der Finanzkrise hat sich die Zahl der Milliardär*innen weltweit nahezu verdoppelt und ihre Vermögen stiegen im Durchschnitt mit 11 Prozent im Jahr. Der Anteil der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung am globalen Vermögen ist dagegen fast kontinuierlich zurückgegangen, von 0,76 Prozent im Jahr 2008 auf 0,43 Prozent im Jahr 2018.
  • Dramatisch zurückgegangen ist zuletzt auch das Tempo, in dem extreme Armut reduziert wurde: Es hat sich seit 2013 halbiert. In Afrika südlich der Sahara steigt die extreme Armut sogar wieder an.

Es gibt auch immer wieder Kritik an der Datenauswertung von Oxfam und diese Kritik muss auch ernst genommen werden. Das ändert aber nichts an der Grundtendenz. Was auf diesem Blog und auf meinem Forschungsblog immer wieder betont wird ist, dass die Digitalisierung diesen Trend noch wesentlich verschärfen wird (siehe hierzu einen Beitrag aus dem Zeit-Herdentrieb-Blog) .

Im Wesentlichen ist der Befund klar: “ Lock-In und Netzwerkeffekte schaffen Marktmacht und begünstigen die Monopolisierung digitaler Märkte“. Die Internetökonomie wird ohne staatliches Eingreifen eine Ökonomie der Monopolisierung sein und die Netzwerk- und Skaleneffekte werden zu einer noch dramatischeren Ungleichverteilung führen, denn die neuartigen Assets werden in den Händen Weniger bleiben und weitere Kaskadeneffekte auslösen. Dies zu beschwören, reicht natürlich nicht aus. Wir sind heute in der Lage, Erkenntnisse zu generieren, die unsere Zukunft in erheblichem Maße prognostizierbar machen. Trends gegen diese Aufklärung (so die politischen populistischen Bewegungen) werden dabei als Schatten- und Ablenkungskämpfe inszeniert. Viele Rezepte gegen die wachsende Ungleichheit sind nur schwer umsetzbar: keiner in Davos wird sich wirklich für mehr Umverteilung, staatliche Regulierung und Steuererhöhungen einsetzen. Aber klar ist auch, dass eine vollständig unregulierte Digitalisierung ins Elend führen wird (Leontief sprach ja schon von der Möglichkeit „des Verhungerns im Paradies“.).

Natürlich könnte man die Idee einer Robotersteuer (vielleicht doch besser einer Vermögenssteuer) mal wieder in Augenschein nehmen oder die Idee der Mitarbeiterbeteiligung verfolgen: Beteiligungen der Mitarbeiter und des Staates in Fondslösungen (siehe das Beispiel Schweden für die Altersvorsorge) abbilden, damit viele die Früchte der Digitalisierung ernten können. Wie auf meinem Forschungsblog thematisiert wird, könnten ergänzend Blockchain-Lösungen (Crowdinvesting u.ä.) beim Vermögensaufbau hilfreich sein. Zudem könnten umfrangreiche Ausbildungsprogramme initialisiert werden.

Eines wird schnell klar werden: Nichtstun wird die Grundlagen des Wohlstandes für Viele in den demokratischen Ländern erodieren lassen.


FAANG – Starke Unruhe in den Märkten

Es ist seit wenigen Wochen wieder sehr unruhig an den Märkten,  offenbar deuten die sich anbahnenden Konjunkturabschwächungen (siehte hierzu aus dem Blog Herdentrieb eine interessante Analyse) und die Zinssteigerungen auf zunehmende Turbulenzen hin. Die Erklärungen, dass es gerade mit Apple, Google Facebook (FAANG) abwärts geht, sind nicht homogen und auch nicht eindeutig (siehe hierzu FAZ-Online -Artikel vom 23.11.18), aber der große Bullenmarkt scheint vorbei. Es sind m.E. vor allem psychologische Gründe (Mentale Kontenverwerfungen, Herdenverhalten, Verlustaversionen), die diesen Trend erklären könnten.

Interessant ist, dass der Kryptomarkt seit kurzer Zeit ebenfalls so stark unter Druck gerät.  Auch hier ist guter Rat teuer….. oder aber es ist Zeit, sich mit Bitcoins und Ether einzudecken.

Turbulente Zeiten

Auch wenn sich viele Menschen immer wieder fragen, wieso die Aktienkurse auf einmal wieder die Schlagzeilen beherrschen, so wäre eine Antwort: das hat mit Psychologie zu tun. Okay, die Fakten sind auch nicht gerade berauschend: die Zinsen steigen in den USA (der Wüterich Trump tut sein Übriges dazu, indem er den FED-Chef verrückt nennt), die weltweite Konjunktur zeigt Schwächungstendenzen und der eben schon erwähnte Trump hat nichts Besseres zu tun, als Zölle auf chinesischen Produkte zu erhöhen und damit die Unsicherheit zu erhöhen (siehe hierzu die gute Analyse in der FAZ-Online von heute, 11.10.18) Alle Punkte für sich schwelen schon eine Zeitlang vor sich hin und sind zu einer gefährlichen Gemengelage geworden, weil die Herdentriebe und die Gefahren von Verzerrungen bis hin zu Verlustaversionen ihr Übriges tun. Dies ist nicht weiter schlimm, weil Korrekturen hat es immer gegeben und wird es immer geben. Und ja: Einige Mutige werden die Situation nutzen, und wieder einsteigen….

Übrigens: Vitalik Buterin, der Gründer von Ethereum, hat gestern getwittert:“I officially predict a financial crisis some time between now and 2021. Not because I have any special knowledge or even actually think that, but so that I can have a ~25% (or whatever) chance of later being publicly acclaimed as „a guru who predicted the last financial crisis“.

Unkenrufe im September – 10 Jahre nach Lehmann

An dieser Stelle soll einmal auf den anstehenden Jahrestag der Lehmann-Pleite hingewiesen werden. In einem Beitrag des Herdentrieb-Blogs der Zeit wird dies schön dargelegt, u.a. mit dem Hinweis auf den Bankenprofessor Hellwig, der meint, dass die „Möglichkeit eines Zusammenspiels von Wertpapierverkäufen, Kursverlusten und Überschuldungsvermutungen unverändert fort bestehe“ (Zitat aus dem o.g. Beitrag) und dass die Geldmarktfonds weiterhin anfällig sind. Hinzu kommt die allerorten geäußerte Kritik, dass die Eigenkapitalanforderungen an die Banken immer noch nicht konsequent auf ein notwendiges Maß erhöht wurden und dass das Problem systemkritischer Banken immer noch nicht wirklich gelöst wurde (warum man auch immer mit ängstlichen Augen auf den Niedergang der Deutschen Bank schaut).

Es gibt auch wieder neue Unkenrufe, so wie die des Experten Marc Faber, der wieder einen Börsencrash aufziehen sieht (siehe folgenden  Beitrag im Business Insider).  In diesem Beitrag werden die  aktuellen Themen der Immobilienbewertung, der Handelskonflikte mit den USA und die Türkeiproblematik aufgegriffen, wobei nicht ganz klar wird, was nun eigentlich den Crash auslösen könnte; dies ist wohl auch nicht so wichtig, weil es ohnehin keiner wissen kann und die Dynamik erst dann richtig entschlüsselt wird, wenn der Crash stattgefunden hat.

Was den Staat bzw. das Staatsversagen betrifft, das die Krise mit hervor gerufen hat, verweise ich hier auf einen ganz interessanten Artikel von Prof. Stiglitz. Im übrigen möchte ich an dieser Stelle auch auf den Geldgipfel der GLS-Bank verweisen, der im April stattfand und eine Reihe von interessanten Beiträgen zu dem Thema Finanzkrise brachte – hier der Link zu der Dokumentation, insbesondere empfehle ich den 3. Vortrag von dem oben bereits erwähnten Prof. Hellwig.

Eine weitere Lehre aus der Krise ist in der Entwicklung der Kryptomärkte zu sehen. Hier wurden  wirkliche (technische) Alternativen zu den Finanzmärkten entwickelt und wie der aktuelle Blockchain-Survey von Deloitte zeigt, haben die meisten Akteure die Technologie aktzeptiert( siehe dein BTC-Beitrag) 

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der Bitcoin oft nicht so positiv in der Finanzsphäre gesehen wird,  was wohl daran liegt, dass er so volatil ist – wie alle Kryptowährungen. Diese Volatilität ist auf die Marktverhältnisse und das Innovationspotential zurückzuführen und daher nicht überraschend.  Je mehr Unkenrufe auf den Niedergang des Bitcoin erfolgen, desto besser kann man den Spruch „Totgesagte leben länger“ anwenden!

 

Psychologie schlägt Fundamentalismus

Die aktuellen Turbulenzen auf den Aktienmärkten (siehe hier ein FAZ-Onlien-Artikel vom späten 5.Februar 18) oder hier ein aktueller Handelsblatt-Artikel von heute 6.2.18 machen deutlich, dass auf den Märkten heute vielfältige Faktoren ineinander greifen:

  • Zum einen die starken Wirkungen des Hochfrequenzhandels, wenn sich negative Trends wie die Zinsentwicklungen in den Folgen der programmierten Risikosteuerungsaktivitäten kumulativ niederschlagen
  • Und zum anderen die psychische Verfassung der Anleger, die immer noch von Verlustaversionen und Herdenverhalten geprägt ist.

Was tun? Aussteigen, panisch werden oder ruhig bleiben? Letzeres ist immer sinnvoll, aber es kann gut sein, dass es noch nicht vorbei ist. Zu den Turbulenzen auf den Kryptowährungen habe ich auf meinem Forschungsblog ein Zitat von Autonomus Next aufgenommen!

Was stimmt hier nicht? Arme reiche Deutsche……..

Immer wieder dieselbe Frage, ohne eine wirklich befriedigende Antwort (so wie in diesem Artikel von FAZ.Net abgerufen am 20-01-18); natürlich muss der Wohlstand nicht im Median-Vermögen pro Haushalt gemessen werden, dennoch ist der ökonomische Aspekt bemerkenswert. Falsche Anlagestrategien, geringe Aktienquote, fantasielose Beratungen – und dabei gibt es RoboAdvisors, einfache Tools zur Hilfe für die Anlagestrategie, Finanzportale…………was stimmt bloss nicht? Ich denke, es hat etwas mit einer Ablehnungshaltung zu tun: in Deutschland ist es offenbar verpönt, am Kapitalmarkt aktiv zu sein. Hinzu kommt, wie das DIW in Berlin jüngst festgestellt hat, dass die Vermögensverteilung in Deutschland noch ungleicher ist als in anderen europäischen Ländern (siehe den Spiegel-Artikel dazu mit dem Link zum DIW-Bericht). Leider findet keine wirkliche Diskussion über die Ursachen und Konsequenzen statt – es ist m.E. ein schlechter Ausgangspunkt  für die kommenden Verwerfungen und Disruptionen, denen die Volkswirtschaften ausgesetzt sind. Schlechte Anlagestrategien, gepaart mit ungünstigen Verteilungspositionen und dazu ein Staat, der dem nichts entgegenstellt, können in Zukunft erhebliche Probleme mit sich bringen.

Hier die Aufforderung, sich den hilfreichen Tools und Interetseiten zu öffnen…auf meinem Blog.meisnerconsult.de finden Sie zusätzliche Links zu RoboAdvisors.

Paradiese der Reichen: warum die Reichen immer reicher werden müssen…..

Die Süddeutsche Zeitung und viele andere Medien haben erneut umfangreiche Materialien, die der SZ zugespielt wurden, ausgewertet und veröffentlicht..siehe SZ-Online vom 6.11.17

Es wird immer müssiger, die Motive für die massive Art der Steuerhinterziehung zu hinterfragen oder sich gar darüber aufzuregen. Es stellt sich in diesem Zusammenhang heraus, dass die Vermögensverwerfungen auf der Welt, die von Piketti und anderen dargelegt wurden, sich dramatisch zuspitzen. Es gibt mittlerweile über 2000 Dollar-Milliardäre auf der Welt (Quellen für die Daten: Stat. Bundesamt), die reichsten 1 % der Weltbevölkerung (Vermögen über 1 Mio. US$) besitzen rd. die Hälfte des gesamen Vermögens , die etwas Reicheren (Vermögen zwischen 100.000 und 1 Mio. US$) machen rd. 7,5 der Weltbevölkerung aus und  besitzen mt den vorgenannten reichsten Menschen rd. 85 % des weltweiten Vermögens (!), während die ärmeren Menschen (mit weniger als 10.000 US$ Vermögen) über 73 % der Weltbevölkerung ausmachen, aber nur 2,4 % des Vermögens besitzen.

Wie soll man hier den Trend beschönigen oder gar davon sprechen, dass dieses Problem beherrschbar gemacht werden könnte. Die Akkumulation des Vermögens und die Verfestigungs- und Beschleunigungstendenz ist offensichtlich und dass diese „Reichen“ keine Steuern zahlen wollen, macht es vielleicht noch schlimmer, aber es ist eigentlich nur das sog. „i-Tüpfelchen“. Es wird weiter mehr Milliardäre geben und die Konsquenzen der Digitalisierung und Internetökonomie werden die Vermögensverteilungen weiter zuspitzen  – keine Chance für viele, Vermögen aufzubauen. Maschinen und Roboter zahlen erst recht keine Steuern und deren Besitzer können ja, wenn sie wollen, die Erträge größtenteils vor der Steuer schützen.

 

Das Einmaleins der Geldanlage

An dieser Stelle soll für die interessierten Leser dieses Blogs und auch für die Studenten meiner Vorlesungen ein Einstieg in die „Welt der Geldanlagen“ erfolgen – und dies zuerst mit einem Video von Finanzfluss – Finanzfluss hat noch weitere Videos bei Youtube hinterlegt!

Die einfachste Regel ist: Diversifiziert Eure Anlagen – kauft Aktienfonds oder am besten Indexfonds, die in diesem Video ganz gut erklärt werden. Behaltet nur einen überschaubaren und notwendigen Teil des Vermögens auf Tagesgeld- oder Sparkonten, denn diese werfen kaum Zinsen ab (ja bei jetzt steigender Inflation sind die Realzinsen sogar negativ!). Viele neue Finanzportale (onvista oder auch finanzen.net) helfen Euch, Informationen zu erhalten, wenn Ihr Details über gewisse Finanzprodukte erfahren wollt. In meiner neuen Auflage der „Finanzwirtschaft in der Internetökonomie“ beleuchte ich einige Hintergründe dazu. Wer sich mit höheren Summen kein eigenes Portfolio zusammenstellen will, der greift auf diese einfache Indexprodukte zurück und ergänzt diese durch Crowdinvestingprojekte oder ähnliches, was etwas risikoreicher sein dürfte. Eine gute Einführung in die Welt des Geldanlegens gibt Prof. Hackethal in der FAZ.

Neue sog. Fintechs sind auf der Bühne erschienen und können beim Vermögensaufbau mit diesen einfachen Instrumenten helfen (ich nenne hier visual vest oder vaamo.de.)

Auch die Verhaltensaspkete sind bei der Vermögensanlage wichtig, daher hier der Hinweis auf die Seite von Prof. Weber aus Mannheim, der eine interessante und informative Anlegerseite geschaffen hat, hier findet ihr auch einen Link zu dem Weltfonds von Herrn Prof. Weber Aero.

Im Handelsblatt-Online vom 8.10.17 wird erneut auf das Dilemma des Verhaltens der deutschen Sparer hingewiesen, die rd. 1,9 % ihres Einkommens pro Jahr wegen der negativen realen Zinsen verlieren -„Angst fressen Einkommen auf“ könnte man schließen; dabei werden auf diesem Blog immer wieder Hinweise für einfache Anlagehilfen gegeben (so der Roboadvisor Visual Vest o.ä.).

Demokratiedämmerung……………..

Der Wahlsieg der AFD ist schockierend und kann auch die Wirtschaft nicht kalt lassen. Je radikaler sich die AFD im Wahlkampf gebärdete, desto erfolgreicher wurde sie. Was treibt Menschen dazu, die lange in einer Demokratie leben und, wie die Menschen in Ostdeutschland, von der Demokratie und den Transfers aus dem Westen so unglaublich stark profitierten, so eine rechtsradikale Partei zu wählen? Ist denn die Aufklärung, die geschichtliche Erfahrung und die menschliche Einstellung für diese Leute obsolet?

Gibt es ein Recht darauf, aus kulturellem und wirtschaftlichen Frust – wohlgemerkt in einem der reichsten Länder der Welt – sich so „daneben zu wählen“? Als gäbe es kein Morgen? Menschen, die frustriert sind und alles anderen in die Schuhe schieben: es war schon immer so, dass der Nationalismus für solche Menschen ein Auffangbecken war. Natürlich läuft vieles schief in der Wohlstandsverteilung, in der Migrantenpolitik u.s.w. , dennoch gibt es kein Recht auf Demokratieschädigung!

Es scheint offenbar, dass in unserer Gesellschaft die Neigung herrscht, eine rechtsradikale Gesinnung diesen Leuten durchgehen zu lassen, als wäre es eine Art von Krankheit, die schon wieder heilt, wenn die Flüchtlinge noch stärker in die Zange genommen werden,  andere Minderheiten wieder stärker unterdrückt werden und so weiter. Die Demokraten lassen sich von denen vorführen, dabei wird zu selten diskutiert, ob diese Partei nicht im wesentlichen verfassungsfeindlich ist und den gesellschaftlichen Frieden gefährdet.